CTBTO - Organisation des Vertrags über ein umfassendes Verbot von Nuklearversuchen - Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty Organization

Der Vertrag über ein umfassendes Verbot von Nuklearversuchen (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT) verbietet weltweit jegliche Versuchsexplosion von Kernwaffen sowie andere nukleare Explosionen in der Erdkruste, der Atmosphäre, den Weltmeeren und im Weltraum. Der Vertrag wurde im Rahmen der Genfer Abrüstungskonferenz verhandelt, von der 51. VN-Generalversammlung am 10. September 1996 verabschiedet und am 24. September 1996 zur Zeichnung ausgelegt.

Zwar haben bislang 183 Staaten den Vertrag gezeichnet und 164 ihn ratifiziert (Stand Juli 2015). Er kann jedoch erst in Kraft treten, sobald er durch jene 44 Staaten, die in Annex 2 zum Vertrag aufgelistet sind, gezeichnet und ratifiziert worden ist. Diese 44 Staaten verfügten zur Zeit der Aushandlung des Vertrags über ein gewisses Maß an Nukleartechnologie. Deutschland hat den Vertrag am 20. August 1998 ratifiziert. Derzeit fehlen für das Inkrafttreten noch acht Ratifikationen: jene von Ägypten, China, Indien, Israel, Iran, Nordkorea, Pakistan und den USA. Von diesen Staaten haben nur Indien, Pakistan und Nordkorea den CTBT noch nicht gezeichnet. Dies sind zugleich die einzigen drei Staaten, die nach Auflegung des CTBT zur Zeichnung 1996 noch Atomtests durchgeführt haben.

Nach dem Inkrafttreten des CTBT wird seine Einhaltung von der Vertragsorganisation (Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty Organization, CTBTO) überwacht werden. Das Inkrafttreten des CTBT ist für Deutschland wie auch für die EU insgesamt ein zentrales Ziel im Bereich der nuklearen Abrüstung und Nichtverbreitung.

Für die Zeit bis zum Inkrafttreten des CTBT wurde die Vorbereitende Kommission der CTBTO eingerichtet. Sie besteht aus einem Plenarorgan und mehreren Arbeitsgruppen, in denen alle Vertragsstaaten vertreten sind, sowie dem Provisorischen Technischen Sekretariat (PTS) mit Sitz in Wien. Zu ihrem ersten Exekutivsekretär, der dem PTS vorsteht, wurde Botschafter Dr. Wolfgang Hoffmann aus Deutschland bestellt. Ab August 2005 war Tibor Tóth Exekutivsekretär, seit 2013 ist Lassina Zerbo der amtierende Exekutivsekretär.

Das Mandat der Vorbereitenden Kommission sieht die Errichtung eines weltweiten Überwachungssystems vor, dessen Hauptbestandteil ein Netz von 321 Messstationen sowie 16 unterstützende Laboratorien sein wird, die von den einzelnen Staaten aufgebaut und in Zusammenarbeit mit dem PTS betrieben werden. Deutschland trägt mit fünf Stationen zur Funktion dieses Kontrollnetzes bei. Detaillierte Informationen zu einigen dieser Stationen sind auf der Homepage der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) verfügbar (Link siehe unten). Schon jetzt ist das Überwachungssystem, von dem bislang ca. 85% der vorgesehenen Messstationen errichtet sind, in der Lage, selbst kleinste unterirdische Nuklearexplosionen zu orten.

Nach den USA und Japan ist Deutschland mit 7,3 % drittgrößter Pflichtbeitragszahler zum Haushalt der Vorbereitenden Kommission (2015: insgesamt ca. 105 Mio. Euro).

Für mehr Informationen siehe auch die Website des Auswärtigen Amts

Erreichbarkeiten CTBTO:
Leiter: Botschafter Lassina Zerbo

Adresse: Wagramer Straße 5, 1220 Wien, Österreich
Postanschrift: CTBTO, P.O.Box 1200, A-1400 Vienna, Austria
Telefon: (+43-1) 26030-6200
Fax: (+43-1) 26030-5941

Terminkalender des CTBTO-PrepCom

Die aktuelle Veranstaltungsliste des CTBTO-Vorbereitungsausschusses finden Sie hier:

Deutschlands globales Engagement

Broschüre Deutschland in den Vereinten Nationen

Auswärtiges Amt

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Seit seinem Beitritt zu den Vereinten Nationen im Jahr 1973 engagiert sich Deutschland mit stetig steigender Tendenz im System der VN. Diese Broschüre gibt einen Überblick über den Beitrag Deutschlands zur Arbeit der Weltorganisation.