UNODC - Büro der Vereinten Nationen für Suchtstoff- und Verbrechensbekämpfung - United Nations Office on Drugs and Crime

Das VN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung in Wien (UNODC) vereint seit 2002 unter einem Dach das Zentrum für internationale Verbrechensverhütung (CICP) und das Drogenkontrollprogramm (UNDCP) der Vereinten Nationen. Das Mandat von UNODC umfasst normative Arbeit in den Bereichen Drogenkontrolle und Verbrechensverhütung, Information über alle Aspekte der internationalen Zusammenarbeit in den Bereichen Drogen und Verbrechen sowie feldbasierte technische Kooperationsprojekte, um die Kapazität der Mitgliedstaaten im Kampf gegen verbotene Drogen, Verbrechen, Korruption und Terrorismus zu erhöhen.

I. Drogenkontrolle

Die Zusammenarbeit der internationalen Staatengemeinschaft in der Drogenpolitik im Rahmen der VN  erfolgt auf der  Grundlage der drei VN-Drogenkonventionen von 1961, 1971 und 1988. Das aktuellste politische Dokument zur Interpretation der drei Konventionen ist die Abschlusserklärung der VN-Sondergeneralversammlung zur Drogenproblematik von 2016 (UNGASS Outcome Document).

Die drei VN-Drogenkonventionen verpflichten die Staaten, die Produktion und den Vertrieb von Suchtstoff zu kontrollieren, die medizinische Verwendung sicherzustellen, den Drogenmissbrauch und den illegalen Drogenhandel zu bekämpfen, die notwendigen verwaltungstechnischen Einrichtungen hierfür zu schaffen und den internationalen Organen über ihre Tätigkeit zu berichten. Das UNGASS Outcome Document schreibt als Richtlinien in der internationalen Drogenpolitik viel von dem fest, was auch in Deutschland und in der EU für richtig gehalten wird: Vorrang von Prävention und medizinischen Maßnahmen in der Drogenpolitik, Beachtung der Menschenrechte bei der Bekämpfung des Drogenhandels, internationale Zusammenarbeit und Ansätze alternativer Entwicklung in Produktionsländern. Die Implementierung dieses Dokuments wird der Schwerpunkt der internationalen Diskussion in den nächsten Jahren sein.

Die VN-Suchtstoffkommission (Commission on Narcotic Drugs, CND) wurde 1946 als Fachkommission des Wirtschafts- und Sozialrats eingerichtet und ist das zentrale Richtlinienorgan der VN im Drogenbereich. Sie tritt jährlich im März zusammen und definiert auch die politischen Vorgaben für die praktische Arbeit von UNODC im Bereich der Drogenbekämpfung.

Der Internationale Suchtstoffkontrollrat (International Narcotics Control Board, INCB) hat die Aufgabe, Handel und Anwendung von Narkotika und psychotropen Stoffen für medizinische Zwecke ebenso wie von Vorläuferchemikalien zu kontrollieren und die Einhaltung der VN-Drogenkonventionen zu überwachen.

Deutschland arbeitet aktiv bei der Durchsetzung der drei Konventionen mit UNODC und mit dem Internationalen Suchtstoffkontrollrat (INCB) und dessen Sekretariat zusammen. Die Federführung liegt beim Bundesministerium für Gesundheit/der Drogenbeauftragten der Bundesregierung.

UNODC koordiniert alle drogenrelevanten Aktivitäten der VN, unterstützt die Staaten bei der Einhaltung der Drogenkonventionen und ist verantwortlich für die Planung und Durchführung der Drogenbekämpfungsprogramme. UNODC gibt eine Reihe von Publikationen zu allen Aspekten der Drogenproblematik heraus, insbesondere den jährlich im Juni erscheinenden Weltdrogenbericht.

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II. Verbrechensverhütung

Bei der Verbrechensbekämpfung arbeitet die internationale Staatengemeinschaft bereits seit 1955 in den alle fünf Jahre stattfindenden Sitzungen des Weltkongresses für Verbrechensverhütung und Strafrechtspflege (UN World Congress on Crime Prevention and Criminal Justice) zusammen. Der letzte Kongress fand 2015 in Doha, Qatar statt, der nächste wird 2020 in Japan stattfinden.

 

Das zentrale Richtlinienorgan der VN im Verbrechensbereich ist die Kommission für Verbrechensverhütung und Strafrechtspflege (Commission on Crime Prevention and Criminal Justice, CCPCJ). Sie besteht seit 1992 als Fachkommission des Wirtschafts- und Sozialrats. Sie tritt jährlich im Mai zusammen und definiert auch die politischen Vorgaben für die praktische Arbeit von UNODC im Bereich der Verbrechensbekämpfung. Deutschland hatte 2016 den Vorsitz dieser Kommission inne.

 

In den vergangenen Jahren wurde außerdem eine moderne, globale Vertragsgrundlage für Rechtshilfe, Auslieferung und Polizeikooperation geschaffen: die VN-Konvention zur Bekämpfung der transnationalen organisierten Kriminalität (UNTOC) und ihre drei Zusatzprotokolle gegen Menschenhandel, Schleuserkriminalität und illegalen Feuerwaffenhandel. Diese Konvention, nach dem Ort ihrer Annahme auch "Palermo-Konvention" genannt, trat am 29. September 2003 in Kraft, das Protokoll gegen Menschenhandel am 25. Dezember 2003, gegen Schleuserkriminalität am 28. Januar 2004 und das Feuerwaffenprotokoll am 3. Juli 2005. Deutschland gehört zu den Erstunterzeichnern der Konvention und der drei Protokolle. Am 14. Juni 2006 hat Deutschland die Konvention sowie die Zusatzprotokolle gegen Menschenhandel und Schleuserkriminalität ratifiziert.

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Verhandlungen über eine VN-Konvention zur Bekämpfung der Korruption (UNCAC) wurden im August 2003 abgeschlossen, und vom 9. bis 11. Dezember 2003 wurde die Konvention in Merida, Mexiko zur Zeichnung aufgelegt. Auch hier gehört Deutschland zu den Erstunterzeichnern. Die Konvention ist am 14. Dezember 2005 in Kraft getreten. Deutschland hat die Konvention im November 2014 ratifiziert. Bei der UNCAC-Vertragsstaatenkonferenz 2015 in St. Petersburg hat Deutschland den stellvertretenden Vorsitz der Konferenz übernommen.

 

Für die UNCAC-Konvention existiert seit 2009 ein Evaluierungsmechanismus, bei dem jeder Vertragsstaat von jeweils zwei anderen Vertragsstaaten mit Unterstützung des UNCAC-Sekretariats auf Einhaltung der Bestimmungen der Konvention überprüft wird. Bei der UNTOC-Konvention wird über die Einrichtung eines ähnlichen Mechanismus verhandelt.

Zu den Aufgaben der kommenden Jahre gehört insb. die Durchführung der beiden Übereinkommen einschließlich technischer Hilfe für weniger vorbereitete Länder. Vom VN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UN Office on Drugs and Crime, UNODC) werden Projekte erarbeitet, um Staaten bei der Umsetzung der Konventionen zu unterstützen. Die Aktivitäten umfassen u.a. Beratung bei der Gesetzgebung, Trainingsmaßnahmen für Polizei- und Justizbeamte sowie Datensammlung und -analyse. Es besteht hierbei ein Erfahrungs- und Informationsaustausch mit nationalen und internationalen staatlichen Stellen und Experten.

Die Terrorismuspräventions-Einheit innerhalb von UNODC, die eng mit dem Counter-Terrorism Committee (CTC) des VN-Sicherheitsrats kooperiert, fördert insbesondere die Ratifizierung der neunzehn VN-Terrorismuskonventionen und stellt dazu rechtliche Hilfe bereit.

III. Technische Kooperationsprojekte

Im Rahmen der technischen Zusammenarbeit organisiert und koordiniert UNODC weltweit Projekte. UNODC unterhält dazu ca. 20 Field Offices und ca. 70 Projektbüros weltweit. Deutschland ist eines der Hauptgeberländer und unterstützt UNODC sowohl mit ungebundenen Beiträgen (aus Mitteln von Auswärtigem Amt und Bundesministerium für Gesundheit) sowie mit finanziellen Mitteln für konkrete Projekte durch verschiedene Ministerien. Schwerpunkte der deutschen Förderung waren in den vergangenen Jahren Projekte der alternativen Entwicklung, der Bekämpfung der Piraterie vor Ostafrika, der Terrorismusbekämpfung im  Sahel, aber auch der Polizeikooperation in Zentralasien, insbesondere Afghanistan. Deutschland hat auch Informations- und Anwendungsmaterial von UNODC für die VN-Minimumstandards für Strafgefangene (Nelson-Mandela-Rules) finanziell unterstützt und ist zusammen mit Südafrika Ko-Vorsitzender einer VN-Freundesgruppe zu den Nelson-Mandela-Rules.



Erreichbarkeiten UNODC:
Leiter: Exekutivdirektor Yury Fedotov

Adresse: Wagramer Strasse 5, 1220 Wien, Österreich
Postanschrift: P.O. Box 500, A-1400 Vienna, Austria
Tel. (+43-1) 26060-0
Fax (+43-1) 26060-5898

UNODC im Internet:

Praktika in der Labor- und wissenschaftlichen Abteilung von UNODC

Das Büro für Suchtstoff- und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODC) verfügt über eine wissenschaftliche Abteilung mit Laboreinrichtungen, die Praktikumsplätze anbietet. Hier werden u.a. Analyseverfahren für Suchtstoffe entwickelt, mobile Testausrüstungen zusammengestellt und nationale Laboratorien unterstützt. Voraussetzung für diese vielfältige Tätigkeit ist ein abgeschlossenes Chemie- oder pharmazeutisches Studium.

Mehrere Flaggen

Terminkalender des UNODC

Der aktuelle Veranstaltungskalender des VN-Büros für Suchtstoff- und Verbrechensbekämpfung (unter "Vienna Calendar of Meetings"):

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Deutschlands globales Engagement

Broschüre Deutschland in den Vereinten Nationen

Auswärtiges Amt

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Seit seinem Beitritt zu den Vereinten Nationen im Jahr 1973 engagiert sich Deutschland mit stetig steigender Tendenz im System der VN. Diese Broschüre gibt einen Überblick über den Beitrag Deutschlands zur Arbeit der Weltorganisation.