Mit der Initiative Außenwissenschaftspolitik "Wissenswelten verbinden"

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Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist in der Wissenschaft so wichtig wie nie zuvor: Geht es um Antworten auf globale Fragen wie den Klimawandel oder die Bekämpfung gefährlicher Infektionskrankheiten führt nur die internationale Zusammenarbeit zu erfolgreichen Lösungen. Und Studierende, die frühzeitig internationale Erfahrungen sammeln, behaupten sich später auf dem globalen Arbeitsmarkt. Forschung leistet aber auch einen wichtigen Beitrag zum interkulturellen Verständnis und zur Stabilisierung in Krisenregionen.

Mit der „Initiative Außenwissenschaftspolitik“ fördert das Auswärtige Amt 2009 das globale Netz der Wissenschaft. „Ziel ist es, die Sichtbarkeit deutscher Universitäten und Forschungseinrichtungen im Ausland zu steigern. Nur so können wir im internationalen Wettbewerb um Nachwuchswissenschaftler, Forschungsaufträge und renommierte Preise bestehen“, erklärt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Ziele der Initiative Außenwissenschaftspolitik.

Zu den zentralen Bausteinen der Initiative gehören die neuen „Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäuser“ (DWIH). Sie sollen ein Schaufenster sein für den Wissenschaftsstandort Deutschland. In fünf Städten auf vier Kontinenten bündeln sie Kompetenz und Innovationskraft deutscher Hochschulen, Forschungsinstitutionen und Unternehmen. Für die weltweite Kooperation der deutschen Forschung stehen auch vier Exzellenzzentren, die im Rahmen der Initiative den Austausch deutscher Hochschulen fördern. Russland, Kolumbien, Chile und Thailand heißen die vier Länder, in denen die neuen Leuchttürme der Exzellenz aufgebaut werden. Deutsche Hochschulen engagieren sich an den Partnerhochschulen, um gemeinsame Studiengänge, Seminare und den Austausch von Studierenden und Lehrkräften auszubauen.  

Wenn Sie mehr über die Außenwissenschaftsinitiative 2009 wissen möchten: Einen Überblick über die internationale Vernetzung der deutschen Forschung, den Beitrag deutscher Wissenschaft für den Wiederaufbau in Krisengebieten sowie Porträts ausländischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die auf den Forschungsstandort Deutschland setzen, bietet die Zeitschrift „Deutschland“. Das Magazin gibt es auch als PDF-Ausgabe im Internet unter www.magazine-deutschland.de.

  

Das Auswärtige Amt informiert

Aydogdy Kurbanov im Deutschen Archäologischen Institut in Berlin

„Wir wollen neue Methoden der Archäologie kennenlernen“

Aydogdy Kurbanov, turkmenischer Gastwissenschaftler in der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin

Am Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Berlin ergründet Aydogdy Kurbanov aus Turkmenistan die Geheimnisse der Weißen Hunnen. Internationale Vernetzung gehört seit Jahrzehnten zum Programm des DAI, einer der größten und weltweit führenden Institutionen ihrer Art. Auch wenn die Arbeit der Archäologen sich auf längst vergangene Jahrhunderte konzentriert, öffnet sie oft neue Blicke in die Geschichte eines Landes und hat so auch identitätsstiftende Wirkung.

Cinzia Casiraghi nutzt für ihre Forschungsarbeiten häufig Lasertechnologie.

„Die Möglichkeiten der Nanotechnologie sind faszinierend“

Dr. Cinzia Casiraghi, Projektleiterin am Institut für Experimentalphysik der Freien Universität Berlin

Cinzia Casiraghi aus Italien erforscht das neu entdeckte Material Graphen. Die Hightech-Substanz hat viel Zukunftspotenzial, vor allem in der Elektro- und Computertechnik. Deutschland gehört in der Nanotechnologie zu den führenden Ländern. Als junge Spitzenforscherin in diesem innovativen Forschungsfeld ist die Italienerin 2008 mit dem hochdotierten deutschen Sofja Kovalevskaja-Preis ausgezeichnet worden. Er macht es ihr möglich, eine eigene Forschungsgruppe an der Freien Universität Berlin aufzubauen.

Professor Dennis Dijkzeul leitet den Masterkurs Human Rights and Democratisation.

„Die Bedeutung von Humanitarian Studies und Konfliktforschung wird weiter wachsen“

Prof. Dr. Dennis Dijkzeul, Professor für Humanitäres Management am Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV) der Ruhr-Universität Bochum

In Krisengebieten auf mehreren Kontinenten lernte Professor Dennis Dijkzeul, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse der Menschen dort aus eigener Erfahrung zu kennen. Als Wissenschaftler vermittelt der Niederländer an der Ruhr-Universität Bochum die theoretischen und praktischen Grundlagen der humanitären Hilfe. Zusammen mit internationalen Kollegen begründet er von Bochum aus Humanitarian Studies in Europa – ein Fachgebiet mit viel Zukunftspotenzial.

Anastassiva Semyonova bereitet ausländische Studienbewerber auf die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang vor

Deutsch lässt sich gut lernen und gut vermitteln

Anastassiya Semyonova, Lehrbeauftragte für Deutsch als Fremdsprache (DaF) und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Interkulturelle Germanistik der Universität Göttingen

Anastassiya Semyonova aus Kasachstan beschäftigt sich wissenschaftlich mit der deutschen Sprache und den besten Methoden, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten. Als Mitarbeiterin des Teilfachs Interkulturelle Germanistik gehören grenzüberschreitende Perspektiven und internationale Zusammenarbeit zu ihrem Forschungsalltag.


Professor Hasnain und Professor Jörg Hacker

„Bakterien kennen keine Grenzen, so sollte es auch für Wissenschaftler sein“

Prof. Dr. Seyed Hasnain, Infektionsforscher und Rektor der Universität Hyderabad

„Bakterien kennen keine Grenzen, so sollte es auch für Wissenschaftler sein. Ich komme im Grunde alle drei, vier Monate nach Deutschland, um mich mit Kollegen auszutauschen. Die deutsche Wissenschaftslandschaft ist exzellent. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass es hier einen Respekt vor der Innovation gibt und eine große Freiheit in der Forschung: Man kann sehr selbstständig und frei seinen Ideen nachgehen. Wissenschaft ist oft eine Art Ausflug in die ‘Wildnis’, man muss manchmal auch verrückten Ideen nachgehen dürfen. Ich glaube, die große Freiheit der Forschung ist auch mit ein Grund, warum Deutschland einen hohen Anteil an den Nobelpreisen hat.“

Vizepräsidentin der TU München 2009

„Wir wollen auch für die Lehre weltweit führende Wissenschaftler gewinnen“

Prof. Dr.-Ing. Liqiu Meng, Vizepräsidentin der Technischen Universität München und Ordinaria am Lehrstuhl für Kartographie

Professor Liqiu Meng aus China ist Vizepräsidentin an einer deutschen Hochschule. Seit einem Jahr steht die international ausgewiesene Expertin für geodätische Informatik mit an der Spitze der Technischen Universität München. Eine ihrer zentralen Aufgaben ist es, die Internationalisierung an der renommierten Exzellenzuni voranzutreiben.

Die afghanischen Studierenden Sultan Mohammad, Quhramaana Kakar und Mohammad Hossain Torabi (von links) zu Besuch im Thüringer Landtag in Erfurt

„Afghanistan braucht gut ausgebildete Nachwuchskräfte, die den Wiederaufbau unterstützen“

Sultan Mohammad ist bei der Befreiung eines entführten Journalisten der New York Times in der Nacht vom 8. auf den 9. September 2009 in Nordafghanistan ums Leben gekommen. Er verbrachte seine Sommerferien in Kunduz und wollte zum Semesterbeginn wieder an die Erfurt School of Public Policy zurück kehren, um sein Studium fortzusetzen. Der folgende Text und auch das Interview mit Sultan Mohammad (beide entstanden im März diesen Jahres) geben Zeugnis für seine Überzeugung, einen Beitrag für den Wiederaufbau seines Landes zu leisten. Das Auswärtige Amt trauert um Sultan Mohammad.

Sultan Mohammad aus Afghanistan ist für ein Masterstudium in Public Policy nach Deutschland gekommen. Zusammen mit 14 weiteren jungen afghanischen Führungskräften lernt er an der Erfurt School of Public Policy, wie gutes Regieren gelingen kann. Ihr gemeinsamer Wunsch ist es, den zivilen Wiederaufbau Afghanistans voranzubringen. Dasselbe Ziel verfolgt auch das Auswärtige Amt, das dieses Programm im Rahmen des Stabilitätspakts für Afghanistan ermöglicht hat.

Akustische Tests im reflexionsarmen Raum des IDMT, der über zwei Stockwerke reicht

„Im globalen Wettbewerb nehmen Kreativität und Innovation eine Schlüsselrolle ein“

Professor Karlheinz Brandenburg ist einer der Stars der deutschen Forschung: Er hat mit den Grundlagen für die Entwicklung des MP3-Formats für einen der größten Hightech-Erfolge gesorgt. 2009 ist der Direktor des Fraunhofer-Instituts in Ilmenau EU-Botschafter für Kreativität und Innovation.

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