Die Vereinten Nationen in Deutschland

VN-Fahne vor VN-Tower Bild vergrößern VN-Fahne vor VN-Tower (© Bundesstadt Bonn/Michael Sondermann)

Auf der Weltklimakonferenz 2017 treffen sich Regierungsvertreter, Organisationen und Akteure aus Wirtschaft, Umwelt und Technik, aus der ganzen Welt in Bonn. Im November findet zum 23. Mal die Vertragsstaatenkonferenz zur Klimarahmenkonvention (Conference of the Parties, "COP23") statt. Der pazifische Inselstaat Fidschi ist Gastgeber, Austragungsort ist die Bundesstadt Bonn, Sitz des Klimasekretariats UNFCCC. Ziel der diesjährigen Konferenz ist die Ausarbeitung eines Regelbuchs, um es auf dem nächsten Klimagipfel Ende 2018 in Polen verabschieden zu können. Darüber hinaus stellen sowohl der private als auch der öffentliche Sektor ihre vielversprechenden Klimaschutzinitiativen und –projekte vor.


Deutschland ist Gastland für eine ganze Reihe von VN-Organisationen. Momentan sind insgesamt 29 VN-Einrichtungen in sieben deutschen Städten ansässig. Neben dem Hauptstandort Bonn gibt es weitere VN-Büros in Berlin (internationale Arbeitsorganisation, der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen und das Weltbank-Verbindungsbüro), Hamburg (internationaler Seegerichtshof und UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen), Dresden (Universität der Vereinten Nationen), München (Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen - Innovation Accelerator), Nürnberg (der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen - Regionalvertretung für Deutschland, Österreich und die Tschechische Republik) und Frankfurt am Main (internationale Finanzkorporation).

Rheinaue mit VN-Tower Bild vergrößern Rheinaue mit VN-Tower (© Taenzer-Westphal, AA Bonn)

Angefangen hat der Ausbau des VN-Standorts Bonn 1951 mit der Eröffnung des Verbindungsbüros des Hohen Flüchtlingskommissars (UNHCR) am Sitz der deutschen Bundesregierung. Eine dynamische Weiterentwicklung setzte besonders nach der Wiedervereinigung Deutschlands und der Verlagerung der Hauptstadt nach Berlin ein. Die Eröffnung des Bonner UN-Campus im früheren Parlamentsviertel am Rhein im Juli 2006 durch den damaligen VN-Generalsekretär Kofi Annan und Bundeskanzlerin Angela Merkel war ein wichtiger Schritt in der Entwicklung Bonns zu einem bedeutenden VN-Standort. Derzeit sind rund 1000 Mitarbeiter von 19 VN-Organisationen und Büros in der Stadt am Rhein tätig. Schwerpunkt der VN-Arbeit in Bonn ist die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft im Sinne der Agenda 2030. Das Sekretariat des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderung (UNFCCC)  ist mit mehr als 500 Mitarbeitern die größte VN-Organisation vor Ort. Dementsprechend ist Bonn nicht zufällig Austragungsort der COP23 und wird auch als "Powerhouse" der Nachhaltigkeit bezeichnet.

 "Wie kein anderer Standort steht Bonn für das Thema Nachhaltigkeit. In der Bundesstadt verfolgen wir konsequent einen partnerschaftlichen Ansatz: Zusammen mit zahlreichen wissenschaftlichen und Wirtschaftsinstitutionen sowie einer Vielzahl von Nichtregierungsorganisationen arbeiten Menschen hier gemeinsam an globalen Lösungen für unsere Zukunft als gerechte Weltgemeinschaft."

Sigmar Gabriel,
Bundesminister des Auswärtigen,
am 10. Mai 2017

Auf dem UN-Campus werden den Vereinten Nationen optimale Arbeitsbedingungen geboten. Das Alte  und das Neue Abgeordnetenhochhaus (letzteres auch Langer Eugen genannt, eine ironische Anspielung auf  den ehemaligen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier) sowie das historische Schlösschen am Rhein, Haus Carstanjen, sind Büroräumlichkeiten, die den VN unentgeltlich zur dauerhaften Nutzung überlassen wurden. Hinzu kommt ein Erweiterungsbau auf dem UN-Campus mit weiteren 330 Büroräumen, der 2020 fertiggestellt sein wird. In unmittelbarer Nähe zum Campus befindet sich ein hochmodernes Konferenzzentrum (WorldCCBonn), das Konferenzen mit bis zu 7000 Teilnehmern ermöglicht. Ein eigener Bahnhaltepunkt "UN Campus" wird pünktlich zur Weltklimakonferenz neu eröffnet.

Die fortschreitende Verwurzelung der Vereinten Nationen in Bonn ist ein sichtbares Symbol für staatenverbindende Kooperation. Sie wird die weitere internationale Zusammenarbeit fördern, ausbauen und intensivieren.


Zum Weiterlesen:  


https://www.unric.org/de/


http://www.unbonn.org/de


https://cop23.com.fj/

 

http://www.bonn-international.org/