Mobilität - sie erscheint uns heute völlig normal. Das Auto gehört zum Alltag und Fliegen ist längst selbstverständlich. 62 Millionen Fahrzeuge sind in Deutschland zugelassen, der öffentliche Personennahverkehr wächst. Aber auch die Mobilität ist im Wandel - neue Techniken, Antriebsysteme, Mobilitätsmodelle. Die Herausforderungen sind groß - und die Chancen riesig.
OTON - Prof. Jens Friedrichs - Institut für Flugantriebe und Strömungsmaschinen TU Braunschweig
„Ich glaube wir haben Herausforderungen auf mehreren Ebenen. Zum einen ist es dieses Thema der Individualmobilität vs. der Massenmobilität. Wir haben einen sehr rasant wachsenden Bedarf an Individualmobilität, der Komfortanspruch steigt.“
OTON - Kathrien Inderwisch – Niedersächs. Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF)
„Wir versuchen dem zu begegnen, indem wir sehr interdisziplinär diesen Fragestellungen begegnen. Das heißt, bei uns forschen sowohl Mitarbeiter aus Instituten des Maschinenbaus mit Elektrotechnik, mit Informatik, aber auch mit Sozialwissenschaften und mit Psychologie zusammen. Und über diesen Ansatz kommt man natürlich auf ganz neue Mobilitätskonzepte, die diesen Herausforderungen entgegenstehen.“
CarSharing ist so ein innovatives Konzept, das sich in deutschen Städten inzwischen erfolgreich etabliert hat: Studien belegen, dass die Idee vom Teilen zu weniger Autos im überlasteten Verkehr führt. Die Folge ist nicht nur mehr Lebensqualität durch weniger Autos. CarSharing -Autos sind in Durchschnitt kleiner und verbrauchen weniger Kraftstoff als Privat-Pkw. Und CarSharing ist noch aus einem weiteren Grund ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz:
OTON - Willi Loose – Geschäftsführer Bundesverband CarSharing e.V.
„Es wird dadurch noch umweltfreundlicher, dass die Menschen ihr Verhalten ändern. Das ist ein großer Vorteil des CarSharing – dass sie im Vergleich mehr ÖPNV nutzen, mehr Fahrrad fahren als vorher und weniger Kilometer im Auto ableisten.“
Auch der öffentliche Personennahverkehr sucht erfolgreich nach Ressourcenschonenden Lösungen, z.B. mit dem Einsatz von elektrisch betriebenen Induktionsbussen – so wie hier in Braunschweig. Dabei werden die Batterien des Fahrzeugs ganz praktisch an der Haltestelle aufgeladen. Auch wenn diese Fahrzeuge zunächst teurer sind als Dieselbetriebene, lohne
sich langfristig die Investition. Und technische Startschwierigkeiten müssen nicht zu Widerständen in der Bevölkerung führen, wie das Beispiel Braunschweig zeigt.
OTON - Frank Brandt - Projektleiter Elektromobilität der Braunschweiger Verkehrs-AG
„Die Braunschweiger Bürger kennen das Projekt. Wir haben gute Marketing-Arbeit geleistet – diese Namensgebung EMIL – „Elektromobilität mittels induktiver Ladung“ – dieser EMIL hat es vermenschlicht. Und wenn der Bus mal nicht fährt, kriegen wir Anrufe: Wo ist denn Emil?“
Mobilität ist längst nicht mehr nur der Weg von A nach B. Das Feld ist groß und spielt in der Gesellschaft, in der Wissenschaft und Wirtschaft eine zentrale Rolle. Selbst bei der Produktion von Industriefahrzeugen werden alternative Techniken wie Hybridmotoren und Gasantriebe geprüft. Die enge Beziehung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft beschleunigt den Fortschritt.
OTON - Björn Reuber – Wissenschaftlicher Mitarbeiter Institut für Fahrzeugtechnik – TU Braunschweig
„Es ist ein wichtiger Forschungszweig bei uns am Institut. Es beschäftigen sich auch viele Kollegen auch mit Elektro- und Hybridantrieben, und ich bin auch davon überzeugt, dass das zukünftig ein Bereich wird – gerade der Hybridantrieb als Übergangslösung, der immer stärker positioniert wird am Markt.“
Deutschland hat große Fortschritte gemacht, im Bereich der Mobilität. Aber das Projekt kann erst global wirklich erfolgreich werden.